Aufbruch in Richtung Norden
Wir starteten am Donnerstag voller Vorfreude mit unserem Wohnmobil Richtung Norden – Ziel: Schweden. Bevor es auf die Fähre ging, legten wir noch einen Zwischenstopp beim Karls Erlebnis-Dorf ein. Ein wirklich liebevoll gestalteter Erdbeerhof, der uns direkt in Urlaubsstimmung versetzte.
Am Nachmittag ging es dann auf die Fähre von Travemünde nach Trelleborg. Die Überfahrt verlief ruhig und angenehm, wir hatten eine Kabine und konnten uns gut erholen. Pünktlich kamen wir nachts in Schweden an und fuhren direkt weiter nach Makaryd, wo wir unsere erste Nacht verbrachten.
Elchsafari & IKEA-Tradition
Am nächsten Tag stand direkt ein Highlight an: die Elchsafari im Smålandet Elchsafari https://www.smalandet.se/de. Wir hatten die Bustour vorab für 250 SEK pro Person gebucht – absolut empfehlenswert. Während der Fahrt konnten wir Elche füttern und sogar Bisons beobachten. Der Guide war hervorragend und vermittelte viele spannende Infos.
Anschließend ging es weiter Richtung Norden mit einem Stopp in Älmhult. Dort besuchten wir das IKEA Museum (Eintritt: 60 SEK pro Erwachsener). Bei bestem Wetter tauchten wir in die Geschichte von IKEA ein – und natürlich durften Köttbullar im Restaurant nicht fehlen.
Am Abend erreichten wir unsere Unterkunft bei Tobias und Nicole. Tobias und Nicole sind Auswanderer aus Deutschland, die mit ihrer Familie vor einigen Jahren nach Schweden gezogen sind und einen kleinen Campingplatz anbieten– buchbar über https://www.senhemmet.de
Eine unglaublich herzliche Atmosphäre, absolute Ruhe und eine traumhafte Landschaft mit vielen Tieren: Schafe, Pferde, Enten, Katzen und sogar Schweine. Am nächsten Morgen gönnten wir uns ein Frühstück mit vielen selbstgemachten Köstlichkeiten – ein echtes Highlight. Die Übernachtung kostete nur 25 €, Frühstück extra – aber jeden Cent wert.
Bei herrlichem Wetter (24 Grad Anfang Mai!) ging es weiter Richtung Stockholm. Da unser Campingplatz erst ab Sonntag gebucht war, machten wir einen Zwischenstopp in Älberga.
Dort fanden wir einen traumhaften Platz direkt am See. Offiziell kostenlos, aber der örtliche Verein freut sich über Spenden. Für uns war es der perfekte Ort zum Entspannen und Genießen.
Auf dem Weg nach Stockholm hielten wir am beeindruckenden Schloss Gripsholm. Das Schloss stammt aus dem 16. Jahrhundert und gehört zu den bekanntesten historischen Bauwerken Schwedens. Besonders faszinierend fanden wir die gut erhaltenen Innenräume und die nationale Porträtsammlung – eine Zeitreise durch die schwedische Geschichte.
Danach ging es weiter zum Camping Bredäng. Obwohl der Platz offiziell erst am 8. Mai öffnete, wurde er extra für uns bereitgestellt – inklusive Strom und Waschhaus. Kein Personal vor Ort, aber ein großartiger Service und eine tolle Lage.
Mit der Bahn ging es ins Zentrum – die Verbindung war ideal: etwa 10 Minuten Fußweg zur Station und nach 8 Stationen waren wir mitten in der Stadt. Um das Vasa-Museum zu erreichen, nahmen wir noch die Fähre.
Unser erster Halt war das Vasa-Museum – und wir waren sofort überwältigt. Das Kriegsschiff Vasa wurde 1628 gebaut und sank bereits nach wenigen Minuten auf seiner Jungfernfahrt, hauptsächlich aufgrund eines Konstruktionsfehlers: zu schmal gebaut und zu schwer bewaffnet.
Was das Museum so besonders macht, ist der Erhaltungszustand: Über 95 % des Schiffes sind original. Als wir vor diesem riesigen, fast vollständig erhaltenen Holzschiff standen, wurde uns erst klar, welche Dimensionen die Vasa hatte. Besonders beeindruckend waren die unzähligen geschnitzten Figuren am Heck – ursprünglich bunt bemalt und als Machtsymbol gedacht.
Das Museum ist didaktisch hervorragend aufgebaut. Neben dem Schiff selbst gibt es zahlreiche Ausstellungen:
- Rekonstruktionen der Besatzung mit echten Gesichtern (basierend auf Schädelanalysen)
- Informationen zum Schiffsbau im 17. Jahrhundert
- Einblicke in die Bergung 1961 – eine technische Meisterleistung
- Details zur Konservierung des Holzes über Jahrzehnte hinweg
Man kann die Vasa aus mehreren Ebenen betrachten, was immer neue Perspektiven eröffnet. Für uns war das nicht nur ein Museumsbesuch, sondern ein echtes Eintauchen in Geschichte und Technik.
Direkt daneben besuchten wir das Vrak – Museum of Wrecks, das einen ganz anderen Ansatz verfolgt. Während die Vasa physisch vor einem steht, arbeitet dieses Museum stark digital und immersiv.
Hier ging es um die zahlreichen Schiffswracks in der Ostsee – ein weltweit einzigartiges „Unterwasserarchiv“, da das kalte, salzarme Wasser die Wracks außergewöhnlich gut konserviert. Besonders spannend fanden wir:
- 3D-Scans realer Wracks, die man interaktiv erkunden konnte
- Projektionen und Lichtinstallationen, die das Gefühl vermittelten, selbst zu tauchen
- Geschichten hinter den Wracks – von Handelsschiffen bis hin zu Kriegsschiffen
Das Museum setzt stark auf moderne Vermittlung: wenig klassische Vitrinen, dafür viel Multimedia. Es ergänzt den Besuch im Vasa-Museum perfekt, da es das Thema „Schiffswracks“ in einen größeren Kontext stellt.
Ein komplett anderes, aber ebenso beeindruckendes Erlebnis war das ABBA The Museum. Schon beim Betreten war klar: Hier geht es nicht nur ums Anschauen, sondern ums Mitmachen.
Das Museum ist wie eine interaktive Zeitreise durch die Karriere von ABBA aufgebaut. Wir konnten:
- originale Bühnenoutfits aus nächster Nähe sehen
- in Tonstudios einzelne Spuren anhören und selbst mischen
- auf einer virtuellen Bühne „mit ABBA auftreten“
- Karaoke singen und unsere Performance aufnehmen
Besonders stark war die emotionale Komponente: Man bekommt ein Gefühl dafür, wie die Band entstanden ist, welche Herausforderungen sie hatte und warum sie weltweit so erfolgreich wurde. Die Mischung aus Musik, Technik und Storytelling war hervorragend umgesetzt.
Für uns war das ABBA-Museum nicht nur unterhaltsam, sondern auch überraschend informativ – und definitiv eines der Highlights unseres Stockholm-Aufenthalts.
Ein toller erlebnisreicher Tag ging schnell rum.
Am Dienstag starteten wir mit unserer gebuchten Schärengarten-Tour – und das war eines der ruhigsten und gleichzeitig beeindruckendsten Erlebnisse der gesamten Reise. Die rund zwei Stunden auf dem Wasser führten uns durch einen kleinen Teil der über 30.000 Inseln, aus denen der Stockholmer Schärengarten besteht.
Schon kurz nach dem Ablegen merkten wir, wie sich die Stadt langsam öffnete und in eine völlig andere Landschaft überging. Vorbei an kleinen, oft nur mit einem Häuschen bebauten Inseln, roten Holzhäusern mit Bootsstegen und dicht bewaldeten Felsen, bekamen wir einen Eindruck davon, wie besonders diese Region ist.
Die Fahrt war sehr entspannt – man konnte sich frei auf dem Schiff bewegen, sowohl innen als auch an Deck. Besonders schön war es draußen: frische Luft, ruhiges Wasser und immer wieder neue Perspektiven auf die Inselwelt. Zwischendurch gab es Erklärungen zur Region, zur Geschichte der Schären und zum Leben der Menschen dort. Für uns war das ein perfekter Mix aus Natur, Entschleunigung und beeindruckender Kulisse.
Nach der Rückkehr ging es direkt weiter zur Wachablösung am Königliches Schloss Stockholm, nur wenige Minuten vom Anleger entfernt.
Die Zeremonie war deutlich aufwendiger, als wir es erwartet hatten. Die Garde marschierte begleitet von Musik auf den Platz, mit präzisen Bewegungen und klar abgestimmten Abläufen. Besonders beeindruckend war die Disziplin und Synchronität der Soldaten – jeder Schritt saß exakt.
Je nach Tag wird die Wachablösung sogar von einer Militärkapelle begleitet, was das Ganze noch feierlicher macht. Viele Zuschauer versammeln sich im Innenhof, aber dennoch war die Atmosphäre angenehm und nicht zu überlaufen. Für uns war es ein schöner Einblick in die schwedische Tradition und ein kurzer, aber lohnenswerter Programmpunkt.
Anschließend bummelten wir durch die Altstadt Gamla Stan. Enge Gassen, bunte Häuserfassaden und kleine Cafés – genau das, was man sich unter einer skandinavischen Altstadt vorstellt. Wir ließen uns einfach treiben, entdeckten kleine Läden und genossen das Flair.
Am Nachmittag stand dann noch ein komplett anderes Erlebnis an: das Paradox Museum Stockholm.
Das Museum ist kein klassisches Museum, sondern eher ein interaktiver Erlebnisraum rund um optische Täuschungen, Wahrnehmung und physikalische Effekte. Schon beim Betreten wird man ein Stück weit „aus dem Gleichgewicht gebracht“.
Besonders in Erinnerung geblieben sind uns:
- Räume, die schräg gebaut sind, sodass man scheinbar gegen die Schwerkraft steht
- Spiegelinstallationen, die einen plötzlich verschwinden oder mehrfach erscheinen lassen
- Perspektivtricks, bei denen Größenverhältnisse komplett verzerrt wirken
Man ist nicht nur Zuschauer, sondern Teil der Ausstellung. Viele Stationen laden dazu ein, Fotos zu machen oder Dinge selbst auszuprobieren – dadurch wird der Besuch sehr lebendig und auch überraschend lustig.
Gleichzeitig bekommt man auch kurze Erklärungen, warum diese Effekte funktionieren – ein gelungener Mix aus Unterhaltung und Wissen.
Alle Tickets für diesen Tag hatten wir vorab über GetYourGuide gebucht. Die Abwicklung war unkompliziert, alles lief reibungslos und wir mussten vor Ort nirgends lange anstehen – für uns definitiv die richtige Entscheidung.
Am Mittwoch hieß es Abschied nehmen von Stockholm. Wir fuhren rund 400 km Richtung Süden zu unserem nächsten Highlight: einer Zipline-Anlage mitten in der Natur. https://www.little-rock-lake.com
Dort angekommen übernachteten wir direkt vor Ort mit dem Wohnmobil. Am Abend konnten wir bereits einen der Türme besteigen und die Aussicht genießen – ein perfekter Ausklang.
Am nächsten Morgen um 10 Uhr ging es los und wir wurden zunächst komplett mit Sicherheitsausrüstung eingekleidet. Danach folgte eine ausführliche und sehr professionelle Einweisung. Bevor es richtig losging, absolvierten wir noch einen Probelauf an einer Übungs-Zipline, um ein Gefühl für Geschwindigkeit, Bremsen und die Abläufe zu bekommen.
Unsere Gruppe bestand aus insgesamt fünf Teilnehmern, zwei Guides und einer Praktikantin. Dadurch war die Atmosphäre sehr persönlich und entspannt. Die Guides waren hervorragend – freundlich, humorvoll und gleichzeitig extrem professionell. Man fühlte sich vom ersten Moment an sicher aufgehoben.
Gebucht hatten wir die „Rote Tour“ – und diese hatte es wirklich in sich. Die Strecke führte mitten durch die Wildnis Smålands und bot einige der längsten, höchsten und schnellsten Seilabschnitte der gesamten Anlage.
Immer wieder ging es hoch über Baumwipfel, Felsen und kleine Seen hinweg. Teilweise erreichten wir Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h und schwebten dabei bis zu 52 Meter über dem Boden. Besonders beeindruckend war die Kombination aus Adrenalin und Natur – man raste durch die Luft und hatte gleichzeitig einen unglaublichen Blick über die schwedische Landschaft.
Ein echtes Highlight war der Abschnitt durch das Naturgebiet mitten im Wald. Zwischen den einzelnen Zipline-Strecken liefen wir kurze Wege durch die Wildnis, wodurch die Tour noch abwechslungsreicher wurde. Besonders die langen Seile sorgten immer wieder für Gänsehaut-Momente – vor allem die spektakuläre Strecke mit über 400 Metern Länge.
Das Wetter hätte dabei nicht besser sein können: strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und eine fantastische Sicht über die Wälder Smålands. Dadurch wirkte die gesamte Tour noch beeindruckender.
Die gesamte Anlage machte einen unglaublich hochwertigen Eindruck. Überall merkte man, wie viel Wert auf Sicherheit, Natur und Erlebnis gelegt wird. Gleichzeitig war die Stimmung locker und familiär.
Für uns war dieses Erlebnis definitiv eines der größten Highlights unserer Schwedenreise. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, war perfekt organisiert und bot genau die richtige Mischung aus Abenteuer, Natur und Nervenkitzel. Eines steht für uns fest: Das werden wir ganz bestimmt wiederholen.
Besonders großen Dank ans unsere beiden Guide auf der Tour Phillip und Aigars
Nach diesen tollen Abenteuer führte uns unsere Reise weiter nach Süden mit dem Ziel Ales Stenar - einen der beeindruckendsten historischen Orte Schwedens. Schon der Weg dorthin war wunderschön: Vom kleinen Fischerort Kåseberga aus führte ein kurzer Spaziergang bergauf entlang grüner Wiesen bis hinauf auf die Klippen an der Ostsee.
Oben angekommen bot sich ein atemberaubender Ausblick. Direkt an der Steilküste liegt die riesige Steinsetzung aus insgesamt 59 großen Felsblöcken, die in Form eines Schiffes angeordnet sind. Die Anlage ist etwa 67 Meter lang und stammt vermutlich aus der Wikingerzeit oder sogar noch früher.
Besonders faszinierend war die Atmosphäre an diesem Ort. Durch die Lage hoch über dem Meer, den Wind, die Weite und die Ruhe wirkte alles fast mystisch. Gleichzeitig hat man von dort oben einen fantastischen Blick über die Ostsee und die umliegende Landschaft Schonien.
Bis heute ist nicht vollständig geklärt, welchem Zweck Ales Stenar ursprünglich diente. Manche vermuten eine Grabstätte, andere eine astronomische Anlage oder einen Kultplatz. Genau dieses Geheimnis macht den Ort zusätzlich besonders spannend.
Wir verbrachten dort einige Zeit, liefen zwischen den gewaltigen Steinen hindurch und genossen einfach die Aussicht und die besondere Stimmung. Nach diesem Zwischenstopp ging es weiter Richtung Trelleborg, da am nächsten Tag unsere Fähre zurück nach Deutschland ging.
Einen Platz zum übernachten fanden wir in Beddingestrand. Ein Platz direkt am feinen Sandstrand mit einem Café, Kiosk und Kleinen Laden.